Melissa – ein Mädchen wie viele …

Mag. Peter Palk

Ein Mädchen alleine auf der Bühne, es liest aus seinem Tagebuch vor. So beginnt das Stück “Das Camp”, bald erfahren wir mehr über dieses Mädchen, über Melissa. Und wir erfahren auch mehr über 5 andere Mädchen, über 2 Aufseherinnen, über einen Pfarrer und über die Chefin des Camps. Wir – das waren die Schüler/innen der 3BK, die eine Aufführung der Jungen Bühne Rainbach am Freitag, den 15. November 2013 besuchten.

“Das Camp” ist ein Stück des deutschen Jugendbuchautors Andreas Galk, der in Rohrbach geborene Maximilian Modl bearbeitete den Text und führte Regie. Das Camp ist eine Jugenderziehungsanstalt. Probleme wie Gewalt, Unterdrückung, Abhängigkeit, aber auch Angst und Mobbing werden drastisch aufgezeigt, die schauspielerischen Leistungen der Jugendlichen sind enorm –  geht es doch 90 Minuten ohne Pause durch. Aggressionen stauen sich auf und führen zum Schluss sogar dazu, dass ein tödlicher Schuss fällt. 

Jugendliche haben es nicht immer leicht, sie machen Fehler. In diesem Stück werden die fünf Mädchen nicht mit ihrem Vornamen angesprochen, sondern mit ihrem Verbrechen. Sie heißen Körperverletzung, Amoklauf, Drogenhandel, Raubüberfall und Graffiti. Wie gehen die Erwachsenen  mit ihnen um? In Camps sperren und versuchen, mit Drill und Disziplin aus ihnen wieder “normale” Menschen zu machen? Ist das die Lösung? 

Ein Stück, das zum Nachdenken anregt. Sehenswert! Sehenswert ist natürlich auch Jessica Pfeifer, eine der beiden Erzieherinnen – und die wird von einer Schülerin der 3BK gespielt. Wer wissen will, wer das ist, soll eine Vorstellung besuchen oder auf der Homepage der Jungen Bühne Rainbach nachschauen.